Grundsätze und Philosophie des Instituts

Die Tätigkeit des Hausarztes ist sehr anspruchsvoll, aber auch sehr befriedigend, für viele der Arztberuf an sich. Die hohe Wertschätzung in der Bevölkerung wird bei jeder Umfrage aufs Neue bestätigt. Andererseits wird die Allgemeinmedizin in vielen Bereichen der medizinischen Lehre, Forschung und Praxis nicht in dem Maße akzeptiert. Lehrstühle fehlen noch an vielen Universitäten, damit wird den jungen Ärzten schon im Studium ein unvollständiges Bild der Medizin vermittelt. Ebenso sind dadurch die Forschungskapazitäten gering. Die Praxen können ihr Arbeit, ihre Ergebnisse und ihre Qualität nicht nachweisen, weil die Instrumente, die Kapazitäten und die ausgebildeten Personen fehlen. 

Dabei hat die Allgemeinmedizin für die hausärztliche Tätigkeit eine eigene Arbeitsmethodik entwickelt, die deutlich von der internistischen abweicht. Das erfordert wiederum eine eigenständige Fortbildung, die eben diese Arbeitsweise vermittelt. Der „Hausärztlichen Arbeitsmethodik“ fühlt sich das Institut besonders verpflichtet.

Die Analyse des Patientenproblems beim Erst- und Folgekontakt, die Betreuung chronisch Kranker sowie die speziellen Probleme des multimorbiden älteren Menschen sind die besonderen Arbeitsfelder des Hausarztes, für die man die Weiterbildung Allgemeinmedizin braucht. All das wird in den Heften zur hausärztlichen Arbeitsmethodik beschrieben.

Der Hausarzt kann einige Dinge, die andere Gruppen nicht übernehmen können. Pflegen wir diese unsere Stärken, sind wir der Fels in der Brandung und Gesundheit ist unsere Sache. Denn wir sind nicht „Lotsen im Gesundheitsdschungel“, sondern Kapitän auf dem Schiff, das da heißt „Gesundheit des Patienten“, um vom Patienten festgelegte Ziele auf dem effektivsten und ungefährlichsten Weg zu erreichen.

Schon sind wir bei der Sache. Der Kapitän muss seine Arbeit selbst organisieren, seine fachlichen Belange selbst entwickeln und seine Zunft selbst „flotthalten“.