Hausärztliche Arbeitsmethodik - die ersten Themenhefte liegen bereits vor

24 Themenhefte sollen die hausärztliche Betreuung weitgehend abbilden und die Arbeit der Hausärzte anleiten – entsprechend den Grundsätzen zur hausärztlichen Fortbildung, also strikt handlungsorientiert und anlassbezogen, als Unterstützung des Handelns, evidenzbasiert und produktneutral.

Dabei wird ausgehend vom Symptom oder der chronischen Krankheit über die Diagnostik zu Therapieentscheidungen unter Einbeziehung der wirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Zwänge vorgegangen. Und vor allem: was tun, wenn der Verlauf nicht den Erwartungen entspricht. Der Hausarzt bleibt zuständig, er kann zwar zeitweilig die Diagnostik und Behandlung delegieren, aber die lebensbegleitende Betreuung bleibt bei ihm. Haben Sie da immer noch ein Ass im Ärmel? Bei allen Störungen wird deshalb auf die funktionellen Störungen von der Psychosomatik bis zum Einfluss der Umwelt eingegangen.

Wie machen wir uns das Leben leichter? Das rechte Maß zu finden, den Patienten selbständig halten, klares strukturiertes Vorgehen und angemessene Kooperation mit anderen Fachgruppen, medizinischen Berufen und sozialen Diensten.

Wo die Evidenz endet, können wir nicht aufhören. Auch die Erfahrung spielt in unserer Arbeit eine große Rolle. Wir rufen zum Dialog auf, um diesen Anteil an der Entscheidungsfindung zu fördern und voneinander zu lernen.

Die Besonderheiten bei kindern oder im Alter, die Interaktionen der Arzneimittel und der Preisvergleich – wir versuchen nichts auszulassen, was Hausarzt alltäglich braucht.

Zum Beispiel nach einem Apoplex: über die medikamentöse Sekundärprävention wird viel veröffentlicht, aber die alltägliche jahrelange Plage mit den Pflegediensten, den Ämtern und Kassen, mit der Heilmittelverordnung und die Betreuung der Angehörigen – diese typisch hausärztlichen Belastungen wollen wir mit ins Visier nehmen. Selbsthilfe anleiten.


Die Hausärztliche Arbeitsmethodik

beschreibt die typische Arbeitsweise des Hausarztes (unabhängig, ob internistisch oder allgemeinmedizinisch weitergebildet oder ohne Weiterbildung).  Sie ergibt sich aus der gesellschaftlichen Aufgabenstellung für die hausärztliche Versorgung, aus der Inanspruchnahme durch die  Bevölkerung und aus den Rahmenbedingungen.

Die hausärztliche Arbeitsmethodik schafft die Identität der Berufsgruppe der Hausärzte. Wer auch immer sich hausärztlich betätigt, wird aufgrund der Arbeitsaufgabe und des Patientenanspruchs immer bei dieser Arbeitsmethodik landen oder er wird scheitern. Je früher und je bewusster aber die Identifikation mit den Grundsätzen dieser Arbeitmethodik erfolgt, umso besser ist das Ergebnis und umso höher ist die Berufszufriedenheit.

Die hausärztliche Arbeitsmethodik ist das entscheidende Spezifikum für die erfolgreiche Hausarztpraxis. Sie verarbeitet Elemente der internistischen Arbeitsweise (eingehende Diagnostik vor Therapie), der chirurgischen Arbeitsweise (abwartendes Offenhalten der Diagnose) und der psychiatrischen Arbeitsweise (fallbezogene Betrachtung). Diese Synthese hat sich pragmatisch entwickelt, sie wurde von den Autoren der wissenschaftlichen Allgemeinmedizin beschrieben und begründet, beginnend mit Robert N. Braun.

Die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin bereitet am besten auf diese Aufgabe vor, aber auch anders weitergebildete Ärzte wie Internisten oder die praktischen Ärzte ohne spezifische Weiterbildung nähern sich früher oder später, mitunter auch zwischenzeitlich auf Kosten des Arbeitsergebnisses, dieser Arbeitsmethodik an. Wer die HAM nur als unterlegene Notlösung gegenüber zum Beispiel der klinisch-internistischen („Erst die Diagnose, dann die Therapie“) empfindet, lebt in einem Dauerkonflikt zwischen Anspruch und Möglichkeit und brennt aus.


Hausärztliche Arbeitsmethodik – Projektbeschreibung

Die hausärztliche Arbeitsmethodik wird zusammenfassend dargestellt, zunächst in 3 Themenheften als „Allgemeine hausärztliche Arbeitsmethodik“, dann aber auch angewandt für die häufigen Betreuungsanlässe in der Hausarztpraxis.

Ein erster Aufsatz dazu wurde 2002 im „Hausarzt“ und im „Allgemeinarzt“ aufgeteilt in Raten veröffentlicht. Nunmehr ist eine Überarbeitung fällig, ergänzt um weitere Aspekte und eingehend auf neue Herausforderungen.

Die weiteren 21 Themenhefte stellen ausgehend von häufigen Betreuungsanlässen die Handlungsoptionen und die typische Vorgehensweise des Hausarztes dar, von der Analyse des Patientenproblems bis hin zur Problemlösung. Eingegangen wird auf die vorhandenen hausärztlichen Leitlinien und die verfügbare Evidenz, auf die Patientenorientierung und die Kooperation mit anderen Fachgruppen und Tätigkeitsbereichen, auf die wirtschaftlichen Aspekte und auf Teamwork und Praxisführung. Vielfach werden Querverbindungen geknüpft und auf andere Themenhefte verwiesen, um einerseits nicht unnötig zu wiederholen, andererseits auch die Verknüpfung der Tätigkeitsfelder darzustellen.

8 Themenhefte sind bereits vor Jahren erschienen, konnten dann aber mangels wirtschaftlicher Unterstützung nicht mehr herausgegeben werden. Nun erfolgt ein neuer Start, der die modernen Kommunikationsmittel nützt. Wir setzen jetzt auf sponsorenfreie Edition.

Die Herausgabe der gesamten Palette von 24 Heften erfolgt innerhalb der Jahre 2011 und 2012.  Daneben wird laufend aktualisiert, Abonnenten können sich auf der Website informieren. Aller zwei Jahre erfolgen Neuauflagen. Für Hinweise, Kritik und Anregungen sind wir stets dankbar. Wir wünschen uns einen regen Dialog mit den Nutzern.

Die Autoren: Dr. Irmgard Murad, Aue und Dr. Diethard Sturm, Chemnitz

Die Hefte können als Drucke oder per E-Mail bezogen werden, sie sind kostenpflichtig. Die Bezugsbedingungen veröffentlichen wir in Kürze. Die Reihenfolge der Veröffentlichung wird nicht der Reihenfolge der Liste folgen
(Während der Erarbeitung können sich Veränderungen in der Zuordnung ergeben.)


Themenliste und Planung der Inhalte

  1. Grundlagen
    Allgemeine hausärztliche Arbeitsmethodik, Schlussfolgerungen für Fortbildung, Leitlinien und Kooperation
     
  2. Methoden
    Arbeitsmethoden der Allgemeinmedizin, EbM, diagnostische und therapeutische Methoden, Hausbesuch, Grundsätze der Arzneimitteltherapie und der Naturheilkunde, Patientenschulung und Gruppengespräche,
     
  3. Management
    Kommunikation des Hausarztes, Praxisorganisation, QM
     
  4. Diabetes
    Früherkennung  und Behandlung von Diabeteskranken
     
  5. Bauch
    Der Bauchschmerz, Differentialdiagnose und Differentialtherapie akuter und chronischer Oberbaucherkrankungen, Durchfallerkrankungen, Erkrankungen des Leber-Galle-Pankreas-Systems.
     
  6. Harnwege
    Harnwegserkrankungen: Harnwegsinfekte, Steinleiden, Prostataleiden, erektile Dysfunktion
     
  7. Atemwege
    Atemwegserkrankungen: akuter respiratorische Erkrankungen, allergische Rhinokonjunktivitis, chronische Bronchitis, Asthma
     
  8. Hypertonie
    Hypertonie und Folgekrankheiten (Arteriosklerotische Erkrankungen).
     
  9. Herz
    Herzbeschwerden: Differentialdiagnose des Thoraxschmerzes, chronisch ischämische Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und weitere Erkrankungen des Herzens, Differentialdiagnose der Synkope,.
     
  10. Stoffwechsel
    Stoffwechselerkrankungen: Fettstoffwechsel, Adipositas, Metabolisches Syndrom, Erkrankungen der Schilddrüse
     
  11. Schmerz
    allgemeine hausärztliche Schmerztherapie Grundsätze, Stufenprogramm, Evidenz und Wirtschaftlichkeit
     
  12. Rückenschmerz
    Differentialdiagnose vertebragener Schmerzsyndrome, muskulär bedingter Schmerzen, Therapiemethoden, Heilmittel
     
  13. Gelenkschmerz
    Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen Osteoporose
     
  14. Kopfschmerz
    Kopfschmerzen, Erkrankungen der Augen und des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs, Schwindel, Tinnitus
     
  15. Schulterschmerz
    Differentialdiagnostik und -therapie der Schulter-Arm-Hand-Schmerzen.
     
  16. Beinleiden
    Schmerzsyndrome, Arthrosen, Oedeme, Erkrankungen des venösen Systems und des Lymphsystems, Ulcera, periphere arterielle Verschlusskrankheit.
     
  17. Tumor
    Differentialdiagnose des Gewichtsverlustes, Tumorfrüherkennung, Tumornachsorge, Schmerztherapie und hausärztliche Führung bei Tumorkrankheiten,.
     
  18. Depression
    Psychischer Leistungsverlust, Depression, Angst, Zwang, Burn out,   Schlafstörungen, (Demenz)
     
  19. Unklarer Fall
    Psychosomatik und Differentialdiagnostik unklarer Beschwerden. Sucht
     
  20. Bewegungsstörung
    körperlicher Leistungsverlust: Bewegungsstörungen, Zustand nach Apoplex, neurologische Erkrankungen, Differentialdiagnose körperlicher Leistungsminderung
     
  21. Geriatrie
    Die hausärztliche Betreuung älterer Menschen, die Störungen der Grundregulation, Arzneimitteltherapie, Stürze, geriatrisches Assessment,  typische Erkrankungen älterer Menschen (Neuropathie, Parkinson, Demenz u.a.).
     
  22. Haut
    Erkrankungen der Haut und allergische Erkrankungen, allergologische Diagnostik- und Therapiemethoden.
     
  23. Kinder
    Betreuung von Kindern durch den Hausarzt, Probleme der Berufsberatung, U1bis J1,Impfungen
     
  24. Prävention
    Prävention: Impfen, Sport und Bewegung, Ernährung, und Reha Grundsätze


Frühere Ausgaben:

Erkrankungen des Stoffwechsels und Osteoporose     

Erkrankungen des Stoffwechsels und Osteoporose

  • Metabolisches Syndrom
  • Adipositas
  • Fettstoffwechselstörung
  • Osteoporose
Diabetes     

Diabetes

  • Früherkennung
  • Behandlung

Erkrankungen der Harnwege     

Erkrankungen der Harnwege

  • Dysurie
  • Blasenentleerungsstörung
  • Kolik
  • Inkontinenz
  • Erektile Dysfunktion
Herzbeschwerden     

Herzbeschwerden

  • Stufendiagnostik
  • akutes und chronisches Konorarsyndrom
  • Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen
Erkrankungen der Atemwege     

Erkrankungen der Atemwege

  • DD des Hustens
  • Atemwegserkrankung
  • Chronische Bronchitis
  • Asthma
  • Akute Atemnot
Beschwerden im Bauchraum     

Beschwerden im Bauchraum

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen / Durchfall / Verdauungsstörung
  • Lebererkrankung
Betreuung von Hochdruckkranken     

Betreuung von Hochdruckkranken

  • Prävention
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Langzeitbetreuung
  • Komplikationen
Osteoporose     

Osteoporose

  • Leitsymptome
  • Primäre Prävention
  • Diagnostik
  • Therapie